Nestlé Österreich: Sozialplan für Standort Linz fertig ausverhandelt

Zu den PresseartikelnMai 24, 2017

Sozial verträgliche, individuelle, Lösungen für alle 127 Beschäftigten

Nach sorgfältigen und umfassenden Verhandlungen mit allen relevanten Institutionen kann nun ein Sozialplan für die 127 Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellten des Nestlé Werkes in Linz vorgelegt werden. Nestlé Österreich hat bereits im März 2017 die Notwendigkeit der Schließung der Produktionsstätte im März 2018 bekannt gegeben. Heute wurde der ausverhandelte Sozialplan bei einer Betriebsversammlung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und anschließend im Rahmen einer Pressekonferenz in Linz vorgestellt.

“Die Schließung der traditionsreichen Produktionsstätte in Linz war für uns eine sehr schwierige Entscheidung. In letzter Konsequenz mussten wir diese Entscheidung allerdings aus wirtschaftlichen Gründen treffen. Unser Hauptaugenmerk liegt nun darauf, die Werksschließung unter Einbindung aller Beteiligten möglichst partizipativ zu vollziehen. Im Mittelpunkt stehen natürlich unsere 127 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Linz für unser Unternehmen tätig sind. Ich kann Ihnen heute mitteilen, dass wir gemeinsam mit den Betriebsräten der Arbeiter und Angestellten, den Vertretern der Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE und unter Begleitung des Wirtschaftsreferats des Landes Oberösterreich einen entsprechenden Sozialplan erarbeitet und unterzeichnet haben”, informiert Fabrice Favero, Geschäftsführer von Nestlé Österreich, am 22. Mai 2017, in Linz.

Sozialplan, individuelle Lösungen, Errichtung Arbeitsstiftung

Favero weiter: “Die Verhandlungen der letzten Wochen können von allen Beteiligten als konstruktiv und lösungsorientiert bezeichnet werden”. Der nun vorliegende Sozialplan dient als Basis für die weiteren Gespräche und individuellen Lösungen mit jedem der 127 Arbeiterinnen und Arbeiter und Angestellten, die derzeit in Linz beschäftigt sind. Als Herzstück des Sozialplans wird aktuell eine Arbeitsstiftung für die Linzer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter errichtet, um Härtefälle zu vermeiden und auf Wunsch auch Umschulungsmaßnahmen in Anspruch nehmen zu können. Wo immer möglich wird den Beschäftigten auch der Wechsel innerhalb des Unternehmens Nestlé Österreich angeboten. Per heute hat sich die Anzahl der noch zu versorgenden Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter von 127 auf 86 reduziert. Ein Grund dafür ist das starke Engagement der lokalen Politik, die Unternehmen aus der Region aktivieren. Wohl aber auch, weil der Sozialplan vorsieht in bestehende Altersteilzeitverträge nicht mehr einzugreifen.

„Auch wenn die bevorstehende Schließung des Nestle-Werkes noch immer schmerzt, bin ich für den fairen und wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeiter/innen sehr dankbar. Für die betroffenen Mitarbeiter/innen können die Leistungen aus dem Sozialplan natürlich nur eine Überbrückungs- oder Starthilfe sein. Das Land OÖ wird jedenfalls gemeinsam mit ihren Partnern alles unternehmen, um jenen Nestle-Mitarbeiter/innen die derzeit noch keine berufliche Perspektive haben, rasch eine zu bieten. Das Beispiel Nestle verdeutlicht aber auch einmal mehr, vor welchen Herausforderungen der Wirtschaftsstandort OÖ steht und wie hart der Wettbewerb der Regionen ist. Für mich ist klar: Ich will mit Oberösterreich an die Spitze der europäischen Topregionen und Oberösterreich zum Land der Möglichkeiten machen. Bei uns soll es Möglichkeiten geben, die andere Länder nicht bieten können. Gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Michael Strugl werde ich dieses Projekt vorantreiben. Damit Unternehmen in Zukunft nicht mehr darüber nachdenken, ob sie einen Produktionsstandort schließen, sondern damit sie nachfragen, wo sie in Oberösterreich einen neuen Standort errichten können – das ist mein Anspruch“, betont Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

„Mit dem nun vorliegenden Sozialplan beweist Nestle soziale Verantwortung. Zugleich haben damit die intensiven Bemühungen, die Auswirkungen der Standort-Schließung auf die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich abzufedern, einen positiven Abschluss gefunden. Es hat sich als richtig erwiesen, sofort nach Bekanntwerden der Schließung alle Stakeholder zu einem Runden Tisch einzuladen und gemeinsam die Gestaltung des Sozialplans in die Wege zu leiten. Das Land OÖ beteiligt sich durch die Mitfinanzierung der Arbeitsstiftung an diesem Sozialplan. Im Rahmen der Stiftung wird den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, durch eine Weiterbildung ihre Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen“, unterstreicht Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Michael Strugl.

Herr Bürgermeister MMag. Klaus Luger führt weiter aus: „Mit der Schließung des Nestle-Werks an der Franckstraße geht ein langes Kapitel der Linzer Industriegeschichte zu Ende. Für viele MitarbeiterInnen bedeutet dies eine persönliche Herausforderung. Ich denke aber, durch die gemeinsamen Bemühungen konnten wir diese gut bewältigen. Der ausverhandelte Sozialplan unterstützt die MitarbeiterInnen und lässt sie nicht im Regen stehen. Auch die Unternehmensgruppe der Stadt Linz wird einen Beitrag leisten und Ersatzarbeitsplätze schaffen“

„Die Schließung der Nestle Fabrik Linz stellt die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und insbesondere deren Familien vor existenzielle Herausforderungen. Den Betriebsratsgremien war es daher wichtig, für alle und im Speziellen für die älteren Beschäftigten eine soziale Absicherung zu schaffen. Die Tatsache, dass von den 127 Betroffenen 59 über 50 Jahre alt sind, forderte von allen neue, innovative Lösungsansätze. Mit der Absicherung, dass es zu keinen vorzeitigen Beendigungen von Altersteilzeitverträgen kommt, wird dem unter anderem Rechnung getragen. Neben den finanziellen Leistungen ist die großzügige Dotierung der Arbeitsstiftung ein Herzstück dieses Sozialplans. Die Schließung konnten wir nicht verhindern, aber wir haben eine soziale Abfederung erreicht“, so Andreas Stangl, Geschäftsführer der GPA-djp Oberösterreich.

„Ein besonderer Dank gebührt den Arbeiter- und Angestelltenbetriebsräten in dieser schwierigen Phase der Schließung des Linzer Werkes. Sie führten hunderte Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen und verhandelten mit der Geschäftsführung im Wissen, die unvermeidliche Schließung nicht verhindern zu können, aber auch selbst Betroffene oder Betroffener zu sein. Weiterbildungsmaßnahmen noch während des aufrechten Arbeitsverhältnisses, ein Härtefond und eine Sonderberücksichtigung von Kindern und Invalidität bei den finanziellen Leistungen runden den Sozialplan ab“, ergänzt Werner Schmid, zuständiger Sekretär der PRO-GE. Das 1879 in Linz eröffnete Werk, mit einem jährlichen Produktionsvolumen von rund 6.000 Tonnen unterschiedlicher Lebensmittelprodukte, ist seit Jahren mit Nachfrage- und Produktionsrückgängen aufgrund geänderter Konsumtrends konfrontiert. Vor rund drei Monaten hat das Management die Schließung des Werkes bis März 2018 bekannt gegeben.


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Mag. Angela Teml
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