Ist der Nestlé Vorstandsvorsitzende Peter Brabeck-Letmathe der Überzeugung, dass der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist?



Ist der Nestlé Vorstandsvorsitzende Peter Brabeck-Letmathe der Überzeugung, dass der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist?

Ja. Peter Brabeck-Letmathe ist der Überzeugung, dass der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist, und dass jeder überall auf der Welt das Recht auf sauberes und gesundheitlich unbedenkliches Trinkwasser und Wasser zu sanitären Zwecken haben sollte.


Aber was meint er, wenn er sagt, dass Wasser nicht „kostenfrei“ sei?

Peter Brabeck-Letmathe unterstützt die Ansicht der Vereinten Nationen, dass „es auf unserem Planeten genügend Frischwasser für 7 Milliarden Menschen gibt, aber dass dieses auf ungleichmäßige Art und Weise verteilt ist, und dass zu viel davon verschwendet, verschmutzt und auf nicht nachhaltige Art und Weise eingesetzt wird“. Gemäß UN Water, ist jeder Kontinent von Wasserknappheit betroffen. Ungefähr 1,2 Milliarden Menschen, oder fast ein Fünftel der Weltbevölkerung leben in Gebieten, in denen eine physische Wasserknappheit herrscht und 500 Millionen Menschen nähern sich dieser Situation an. Peter Brabeck-Letmathe war schon immer der Meinung, dass jeder Mensch weltweit freien Zugang zu Wasser zu Trink- und Reinigungszwecken haben sollte. Er ist jedoch zur selben Zeit auch der Meinung, dass es nicht fair sei, dass mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit nicht einmal über eine einfache Toilette verfügen, und mehr als 1 Milliarde Menschen über keinerlei Zugang zu verbesserten Trinkwasserquellen verfügen, während Menschen in anderen Teilen der Welt überschüssige Mengen dieses kostbaren und zunehmend knappen Rohstoffs für unwesentliche Zwecke verwenden, ohne dass sie die Kosten für dessen Infrastruktur tragen.


Das ist Schönrednerei zu PR-Zwecken. Sagt er dies nicht nur deswegen, weil die Menschen ihn online kritisieren?

Nein, Peter Brabeck-Letmathe spielt schon seit Jahren eine Vorreiterrolle bei den Bemühungen dieser Branche, Aufmerksamkeit auf die vorherrschende Knappheit von Wasser zu lenken. Er hat seine Meinungen zu diesem Thema in Dutzenden von Interviews, Diskussionen und Fernsehprogrammen zum Ausdruck gebracht. Dazu gehören:


Peter Brabeck-Letmathe leitet die 2030 Water Resources Group. Diese umfasst eine innovative und enge Zusammenarbeit zwischen der Geschäftswelt, der Regierung und der Zivilgesellschaft, im Rahmen der nach praktischen Lösungen zur Bekämpfung der Wasserknappheit gesucht wird. Er ist auch der Leiter der Wasserinitiative des Weltwirtschaftsforums, einer einflussreichen öffentlich privaten Partnerschaft, die den möglichen Lösungen der Wasserknappheit auf den Grund geht und die entsprechenden Interessensvertreter zum Dialog und zur Zusammenarbeit ermutigt. Er leitet seit 2012 einen Wasserblog, dessen Ziel es ist die Debatte zum Thema der Verfügbarkeit von Wasser weltweit anzuregen. Er schreibt regelmäßig über seine Aktivitäten, um seinen Beitrag dazu zu leisten, das Thema der Wasserknappheit und des Zugangs zu Wasser in die öffentliche politische Agenda mit einzubeziehen, wie zum Beispiel die Förderung des universellen Zugangs zu gesundheitlich unbedenklichem Trinkwasser bis spätestens 2025.


Warum haben dann einige Organisationen eine Unterschriftenaktion gegen Nestlé gestartet?

Die Menschen beziehen sich auf ein Videointerview aus dem Jahr 2005 mit Peter Brabeck-Letmathe, in dem er sagte, dass er der Meinung sei, dass alle Wasserressourcen privatisiert werden sollten. Das ist schlicht und einfach nicht wahr. Er ist und war schon immer der Meinung, dass ein effizienteres Wasser-Verwaltungssystem von Seiten einzelner Personen, der Industrie, der Landwirtschaft und der Regierungen umgesetzt werden müsse.


Weitere Informationen

Lesen Sie mehr darüber, wie Nestlé das Menschenrecht in Bezug auf den Zugang zum Wasser unterstützt.
Lesen Sie unser Engagement im Bereich der Wasserwirtschaft(PDF, 1,4 mb)
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