Unsere Verpackungsstrategie

Verpackungsstrategie

Wir engagieren uns für eine abfallfreie Zukunft

Unsere Strategie für nachhaltige Verpackungen konzentriert sich darauf, Verpackungen zu reduzieren, das Verpackungsdesign zu verbessern und Systeme zu fördern, die darauf ausgerichtet sind, Materialien im Kreislauf zu halten und aus der Umwelt fernzuhalten.

Wir haben drei strategische Schwerpunkte:

Weniger Verpackung: Wir reduzieren die Gesamtmenge an Verpackungen, insbesondere den Einsatz von Neuplastik (Virgin Plastic), und vermeiden unnötige Verpackungen durch Neugestaltung und Innovation. Gleichzeitig erhöhen wir schrittweise den Anteil recycelter Materialien in unseren Verpackungen. Zudem arbeiten wir daran, den Bedarf an Einwegverpackungen zu verringern, und entwickeln innovative alternative Vertriebssysteme.

Bessere Verpackungen: Gemeinsam mit Industriepartnern entwickeln wir neue Verpackungsmaterialien und -lösungen, die problematische Verpackungen vermeiden und für das Recycling ausgelegt sind. Wo dies möglich ist und von den Konsumentinnen und Konsumenten bevorzugt wird, ersetzen wir Kunststoff durch papierbasierte Materialien.

Bessere Systeme: Wir unterstützen den Aufbau effizienter Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastrukturen. Darüber hinaus setzen wir uns für harmonisierte gesetzliche Rahmenbedingungen ein und fördern wirksame Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) sowie Pfand- und Rücknahmesysteme (Deposit Return Systems, DRS). Gleichzeitig engagieren wir uns dafür, Verhaltensänderungen entlang der gesamten Verpackungswertschöpfungskette zu fördern.

Da sich die Verpackungswertschöpfungsketten von Land zu Land erheblich unterscheiden, muss unser Ansatz umfassend und flexibel sein, um den jeweiligen lokalen Herausforderungen gerecht zu werden. Deshalb konzentrieren wir unsere Maßnahmen dort, wo sie die größte Wirkung erzielen können, und passen sie an die lokalen Gegebenheiten wie Infrastruktur, gesetzliche Anforderungen, Materialverfügbarkeit und Konsumverhalten an.

Unsere auf fünf Säulen basierende Verpackungsstrategie

Unsere Strategie konzentriert sich auf fünf zentrale Säulen: die Reduzierung von Verpackungen, die Verbesserung des Verpackungsdesigns, Wiederverwendungs- und Nachfüllsysteme, Recycling sowie die Förderung nachhaltiger Verhaltensweisen.

Packaging Strategy Five Pillars EN

Weniger Verpackung bedeutet, Verpackungsmaterial gezielt zu reduzieren und insbesondere den Einsatz von Neuplastik zu verringern.

Seit 2018 verfolgen wir eine umfassende Strategie, um den Einsatz von Neuplastik durch eine Vielzahl gezielter Maßnahmen zu reduzieren. Wir verringern den Verpackungsverbrauch durch Neugestaltung und Innovationen, ohne dabei Kompromisse bei Produktschutz, Qualität oder Funktionalität einzugehen.

Gleichzeitig arbeiten wir daran, den Anteil von Recyclingmaterial in unseren Kunststoffverpackungen zu erhöhen. Damit fördern wir die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, reduzieren den Verbrauch natürlicher Ressourcen und tragen dazu bei, die Nachfrage nach recycelten Materialien zu stärken.

Den Einsatz von Recyclingmaterial weiter ausbauen

Wir verwenden Recyclingmaterialien in verschiedenen Verpackungsmaterialien, darunter Kunststoffe, Papierfasern, Metalle und Glas.

Säule 1 Verwendung von Verpackungsmaterial

Zum Jahresende 2025 lag der Anteil an recyceltem Material in unseren Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungen bei 40,8 % des Gesamtgewichts*. Wir setzen unsere Bemühungen fort, den Einsatz von Recyclingmaterialien in geeigneten Anwendungsbereichen weiter auszubauen.

Beispielsweise enthalten die Kunststoffverpackungen von Purina ONE in Europa sowie die in Großbritannien und Australien hergestellten KitKat-Produkte lebensmitteltaugliches Recyclingmaterial. Bei den Nespresso-Kapseln (Original und Vertuo) bestehen mehr als 80 % des verwendeten Aluminiums aus recycelten Materialien.

Darüber hinaus haben wir den Einsatz von mechanisch recycelten Kunststoffen in Anwendungen ohne Lebensmittelkontakt erhöht. Dazu zählen unter anderem die Tidy Cats-Eimer und -Kanister in den USA sowie Schrumpf- und Stretchfolien für Sekundär- und Tertiärverpackungen in verschiedenen Märkten.

Auch bei papierbasierten Verpackungslösungen ohne Lebensmittelkontakt, beispielsweise Verpackungsschalen, konzentrieren wir uns weiterhin darauf, den Anteil recycelter Materialien zu erhöhen.

Erfahren Sie mehr darüber in unserer Strategie für nachhaltige Verpackungen (PDF, 12MB).

Mehr zur unabhängigen Prüfung ausgewählter Nachhaltigkeitskennzahlen von Nestlé erfahren Sie im Abschnitt „Appendix 9 – Assurance Statement“ des Non-Financial Statement 2025 (PDF, 18MB).

*Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt "Environmental Disclosures" - Non-Financial Statement 2025 (PDF, 18MB).

Erklärung wichtiger Begriffe

Primärverpackung (Primary Packaging)

Eine Verpackung, die so gestaltet ist, dass sie am Verkaufsort die Verkaufseinheit für den Endverbraucher bzw. die Endverbraucherin bildet.

Sekundärverpackung (Secondary Packaging)

Eine Verpackung, die am Verkaufsort mehrere Verkaufseinheiten zu einer Gruppe zusammenfasst.

Tertiärverpackung (Tertiary Packaging)

Eine Verpackung, die die Handhabung und den Transport mehrerer Verkaufseinheiten oder zusammengefasster Verpackungen erleichtert, um Schäden während der Handhabung und des Transports zu vermeiden. Zur Tertiärverpackung zählen keine Container für den Straßen-, Schienen-, See- oder Lufttransport.

Um den Bedarf an Einwegverpackungen zu verringern, prüfen wir dort, wo es sinnvoll und machbar ist, den Einsatz innovativer Verpackungssysteme für Wiederverwendung und Nachfülllösungen, die gleichzeitig den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht werden. Eine breite Einführung solcher Systeme erfordert die Zusammenarbeit der gesamten Branche sowie unterstützende gesetzliche Rahmenbedingungen.

Gemäß der Definition der Ellen MacArthur Foundation werden Wiederverwendungsmodelle im Business-to-Consumer-Bereich (B2C) in zwei Kategorien eingeteilt: Refill (Nachfüllen) und Return (Rückgabe). Diese umfassen vier Modelle: Nachfüllen zu Hause, Nachfüllen unterwegs, Rückgabe von zu Hause und Rückgabe unterwegs.

Bei einem Rückgabemodell werden leere Verpackungen zurückgegeben oder zu Hause abgeholt. Die Verpackungen sind dafür ausgelegt, mehrfach verwendet zu werden, ohne dass ihre Funktion wesentlich verändert oder beeinträchtigt wird. Bei einem Nachfüllmodell füllen Verbraucherinnen und Verbraucher ihre wiederverwendbaren Behälter selbst auf, entweder zu Hause oder unterwegs, mit Produkten, die beim Händler erworben wurden.

Säule 2 Wiederverwendbare und nachfüllbare Systeme

In den vergangenen Jahren haben wir weltweit mehr als 20 Pilotprojekte für Verbraucherinnen und Verbraucher in unterschiedlichen Märkten durchgeführt. Dazu zählt auch ein Pilotprojekt von Nestlé Frankreich gemeinsam mit Le Fourgon, bei dem KitKat- und Nestlé Dessert-Produkte in wiederverwendbaren Edelstahlbehältern über ein Pfand- und Rücknahmesystem angeboten wurden. Im Rahmen dieses Pilotprojekts erhielten Konsumentinnen und Konsumenten die Produkte in wiederverwendbaren Behältern, die nach Gebrauch eingesammelt, gereinigt und erneut in Umlauf gebracht wurden. Damit wurde gezeigt, wie Wiederverwendungssysteme in alltäglichen Produktkategorien des Lebensmittelhandels funktionieren können.

Um Wiederverwendungssysteme im größeren Maßstab zu etablieren, sind jedoch weitere Anstrengungen erforderlich. Deshalb arbeiten wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit verschiedenen Brancheninitiativen und Organisationen zusammen, darunter das Consumer Goods Forum und die Ellen MacArthur Foundation. Gemeinsam setzen wir uns für die notwendigen Voraussetzungen ein, beispielsweise unterstützende Gesetzgebung, Verpackungsstandards, geeignete Transportlösungen und Anreize für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Erfahren Sie mehr darüber in unserer Strategie für nachhaltige Verpackungen (PDF, 12MB).

Wir gestalten unsere Verpackungen so, dass sie mit den jeweiligen Systemen zur Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen kompatibel sind. Aus diesem Grund treiben wir auch die Entwicklung alternativer Verpackungsmaterialien auf Papier- oder Polymerbasis voran.
Wir setzen unsere Bemühungen fort, immer mehr unserer Verpackungen, einschließlich Kunststoffverpackungen, für bestehende Recyclingsysteme zu optimieren.

Beispiele hierfür sind Produkte wie Purina ONE.

Wo es technisch möglich ist und von Verbraucherinnen und Verbrauchern akzeptiert wird, prüfen wir Alternativen zu Kunststoff, beispielsweise papierbasierte Verpackungen oder kompostierbare Materialien. Die papierbasierten Nachfüllbeutel von Nescafé in Europa zeigen, wie wir unsere Strategie in die Praxis umsetzen, indem wir Kunststoff durch papierbasierte Materialien ersetzen, die für lokale Recyclingsysteme ausgelegt sind.

Säule 3 Bessere Verpackungsmaterialien

Auch bei Kaffeekapseln entwickeln wir alternative Lösungen. Die papierbasierten Kaffeekapseln von Nescafé Dolce Gusto sowie die Dolce Gusto Neo-Kapseln in Brasilien sind für die industrielle Kompostierung zertifiziert. Gleichzeitig erfüllen sie die Qualitäts- und Komfortansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Darüber hinaus arbeiten wir mit Industriepartnern an der Entwicklung neuer Verpackungsmaterialien und -lösungen zusammen. Im Nestlé Institute of Packaging Sciences entwickeln wir kontinuierlich innovative Verpackungslösungen, die optimalen Produktschutz und eine hohe Leistungsfähigkeit gewährleisten.

Erfahren Sie mehr darüber in unserer Strategie für nachhaltige Verpackungen (PDF, 12MB).

Wir unterstützen die Entwicklung effizienter Sammel-, Sortier- und Recyclingsysteme, um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft für Verpackungen zu beschleunigen.

Dabei engagieren wir uns aktiv für den Ausbau der Infrastruktur zur Bewirtschaftung von Verpackungsabfällen und fördern Verbesserungen der Leistungsfähigkeit auf Systemebene.

In Ländern mit etablierten Abfallwirtschaftssystemen und entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen tragen wir über Systeme der Erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) zur Finanzierung und Weiterentwicklung von Abfallmanagementstrukturen bei. Darüber hinaus setzen wir uns aktiv für wirksame EPR-Regelungen ein.

In Ländern, in denen sich die Infrastruktur und Regulierung im Bereich Abfallmanagement noch im Aufbau befinden, unterstützen wir den Ausbau entsprechender Systeme durch unseren freiwilligen Plastic Recovery and Recycling Plan (PRRP). Dieser umfasst Maßnahmen zur Sammlung, Sortierung und zum Recycling von Kunststoffabfällen sowie das Eintreten für leistungsfähige und kosteneffiziente EPR-Systeme für Verpackungen.

Säule 4 Infrastruktur fördern

Ein Beispiel hierfür ist unsere Arbeit in Quito (Ecuador). Dort stärken wir die Rolle informeller Abfallsammlerinnen und -sammler, die lokal als Recicladores bekannt sind, und integrieren sie in strukturierte Kreislaufsysteme. Gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern RENAREC (dem nationalen Netzwerk der Abfallsammler) und GIRA (einem Sozialunternehmen im Bereich Kreislaufwirtschaft) arbeiten wir daran, ein inklusives Modell für die Rückgewinnung von Wertstoffen zu etablieren.

In Indonesien wurden im Rahmen der Initiative Nestlé Waste Station Sammelstellen für Abfälle in Städten wie Jakarta und Surabaya eingerichtet. Ziel ist es, die Mülltrennung in Haushalten sowie die ordnungsgemäße Entsorgung zu fördern.

In Vietnam arbeiten wir mit Duy Tan zusammen, um die Kapazitäten für hochwertiges mechanisches Recycling von PET-Kunststoffen auszubauen. Durch verbesserte Sortier- und Verarbeitungsprozesse soll die Verfügbarkeit von lebensmitteltauglichem Recyclingmaterial erhöht werden.

In Brasilien kooperieren wir mit Reciclar pelo Brasil, um Recyclingkooperativen durch bessere Infrastruktur, modernere Ausrüstung und den Ausbau operativer Fähigkeiten zu stärken. Gleichzeitig fördern wir ihre Rolle als offizielle Dienstleister innerhalb des Recyclingsystems.

Weitere Informationen zu unseren Projekten finden Sie unter anderem in:

Argentinien, Costa Rica, Ecuador, Indonesien, Ägypten, Ghana & Philippinen

Erfahren Sie mehr darüber in unserer Strategie für nachhaltige Verpackungen (PDF, 12MB).

Um unsere Ziele im Bereich Kreislaufwirtschaft schneller zu erreichen, ist ein koordiniertes Handeln aller Beteiligten erforderlich, einschließlich Konsument:innen, Mitarbeitenden und Handelspartnern.

Wir gehen von drei sich ergänzenden Veränderungen aus: Mitarbeitende integrieren die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in ihre täglichen Entscheidungen, Handelspartner arbeiten mit uns zusammen, um bessere Sammel- und Rückführungssysteme zu ermöglichen, und Konsument:innen werden dabei unterstützt, Verpackungen korrekt zu trennen, zurückzugeben, wiederzuverwenden oder zu entsorgen.

Mitarbeitende:
Wir werden weiterhin die notwendigen Kompetenzen aufbauen, damit Kreislaufwirtschaft ein fester Bestandteil alltäglicher Geschäftsentscheidungen wird. Globale Schulungsprogramme unterstützen Mitarbeitende dabei, die Verpackungs-Nachhaltigkeitsstrategie von Nestlé anzuwenden. Gleichzeitig stärken sie ihr Wissen in den Bereichen Verpackungsdesign, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeitsaussagen, Verbraucherkommunikation sowie der Zusammenarbeit mit lokalen Sammel-, Sortier- und Recyclingsystemen.

Säule 5 Neue Verhaltensweisen erlernen

Handelspartner:
Wir arbeiten mit Einzelhandels- und Außer-Haus-Handelspartnern zusammen, um kreislaufwirtschaftliche Lösungen am Ort des Kaufs und der Nutzung einfacher und sichtbarer zu machen. Dazu gehören die Unterstützung von Sammelstellen, digitale Informationsangebote und lokale Initiativen, die Verbraucher:innen dabei helfen, Verpackungen korrekt zurückzugeben oder zu entsorgen. Ein Beispiel ist das Kapsel-Sammelprogramm von Nespresso in den USA, das Konsument:innen verschiedene Möglichkeiten bietet, gebrauchte Kapseln zurückzugeben und deren Recycling zu ermöglichen, etwa über Nespresso-Boutiquen oder Sammelstellen von Handelspartnern.

Konsument:innen:
Wir werden weiterhin daran arbeiten, gewünschte Verhaltensweisen klar, einfach und praktisch umsetzbar zu gestalten, damit Verbraucher:innen mit Vertrauen an Kreislaufsystemen teilnehmen können. Dazu gehören Aufklärungskampagnen, Hinweise auf Verpackungen sowie digitale Kommunikationsmaßnahmen, die zum richtigen Trennen, Zurückgeben, Wiederverwenden oder, wo sinnvoll, Kompostieren anregen. Beispiele hierfür sind die Verbraucheraufklärungskampagnen von NESCAFÉ Dolce Gusto in Deutschland und Mexiko. Darüber hinaus haben NESCAFÉ Dolce Gusto und Nespresso kompostierbare Kaffeekapseln in Brasilien, Frankreich und der Schweiz eingeführt. Diese Markteinführungen werden durch digitale Kampagnen sowie Informationen auf den Verpackungen begleitet, die zur getrennten Sammlung von organischen Haushaltsabfällen und kompostierbaren Materialien anregen.

Erfahren Sie mehr darüber in unserer Strategie für nachhaltige Verpackungen (PDF, 12MB).